Interview zur Ineltec: «Der persönliche Kontakt bleibt unersetzlich»
Die Ineltec steht vor der Türe: Vom 9. bis 10. September öffnet die Messe für die Elektrobranche wieder ihre Tore in Zürich. Wir sprachen mit Noëlle Marti, Exhibition Director der Ineltec, über das starke Wachstum der Messe, die Highlights und Besonderheiten der Veranstaltung und warum sich ein Besuch auf jeden Fall lohnen werde.
Die Ineltec feierte 2024 nach sieben Jahren ein erfolgreiches Comeback. Wie blicken Sie heute auf diesen Relaunch zurück?
Noëlle Marti: Darauf schaue ich immer noch mit grosser Freude zurück. Die Erwartungen unseres Teams wurden wirklich übertroffen. Die Ineltec war durch ihre lange Tradition für so viele Teilnehmende mit Erinnerungen und positiven Erfahrungen verbunden, dass die emotionale Energie beim Relaunch überall spürbar war. Es freut mich besonders, dass wir den Puls der Zeit richtig aufgenommen und genau die Plattform geschaffen haben, die sich die Branche gewünscht hat.
Welche konkreten Learnings aus 2024 haben Sie direkt in die Planung der Ausgabe 2026 einfliessen lassen?
Noëlle Marti: Wir haben keine grundlegenden Anpassungen vorgenommen. Der Standortwechsel nach Zürich und das kompakte Format an zwei Tagen haben sich bewährt und weiteres Interesse bei branchenrelevanten Ausstellern geweckt. Hier lag 2026 unsere Herausforderung: Wir wollten natürlich Platz bieten und grösser werden, aber auch unsere neue DNA nicht verlieren. Da kam es schon mal vor, dass ich einen Aussteller in der räumlichen Ausbreitung bremsen musste.
Dennoch wächst die Messe in diesem Jahr von zwei auf vier Hallen. Wie stellen Sie sicher, dass dabei die eben erwähnte DNA und kompakte Struktur der Veranstaltung erhalten bleiben, die 2024 so geschätzt wurden?
Noëlle Marti: Wir haben uns für einen Umzug in die Hallen 3 bis 6 entschieden, die näher beieinanderliegen – auch zum Konferenzraum mit zusätzlichen Fachveranstaltungen. Die Grösse der Stände bleibt kompakt, das Hallenlayout harmonisch für kleine und grosse Marken. Uns ist es in erster Linie wichtig, die Branche zusammenzubringen und eine Plattform für den Austausch über die zentralen Zukunftsthemen zu schaffen.
Über 200 Aussteller sind dabei, ein deutliches Plus zu 2024. Was hat so viele neue Aussteller überzeugt, 2026 erstmals teilzunehmen?
Noëlle Marti: Einige Unternehmen zögerten 2024 noch und waren als Besucher dabei. Die positive Resonanz hat sie überzeugt. Und jede neue Teilnahme zieht auch wieder andere nach sich. Aber natürlich waren wir nicht untätig und haben bereits 2025 Workshops mit verschiedenen Fachbereichen durchgeführt. Persönliche Gespräche, eine verbindliche Beratung und die wichtigen Verbände mit im Boot sind entscheidende Argumente für eine Teilnahme an der Messe.
Der Fachbereich Licht erhält 2026 einen eigenen Marktplatz mit stündlichen Veranstaltungen. Warum hat dieser Bereich so an Gewicht gewonnen?
Noëlle Marti: Das ist eine Konsequenz, die wir aus der Besucherumfrage 2024 gezogen haben. Nach dem Bereich Elektrotechnik/Gebäudeautomation war das Interesse am Fachbereich Licht am zweitgrössten. Wir konnten die beiden Verbände Fvb und SLG gewinnen und ein informatives, praxisorientiertes Programm im Speakers Corner auf die Beine zu stellen. Damit bleiben wir unserer Ausrichtung treu: An der Ineltec 2026 geht es vor allem um Lichttechnik und etwas weniger um Design. Für den ästhetischen Schwerpunkt haben wir die Swissbau im Portfolio.
Welche weiteren Themen sind 2026 besonders im Fokus?
Noëlle Marti Zentrale Themen bleiben die Fachbereiche Elektrotechnik/Gebäudeautomation, Infrastruktur, Werkzeuge, Energie im Gebäude, E-Mobilität, Licht und IT-Lösungen. Wobei die ersten drei Bereiche in der Ausstelleranzahl am meisten zugelegt haben. Know-how-Gewinn ist heute zwingend für einen effizienten Messebesuch. Empfehlen möchte ich deshalb auch die zunehmend beliebten Innovation Pitches im Speakers Corner Halle 5. Fachleute verschiedener Unternehmen verlassen den Messestand und damit ihre Komfortzone, um sich in kurzen Pitches dem Publikum zu stellen.
Insgesamt drei Marktplätze, Speakers Corners in zwei Hallen, Konferenzraum und Innovation Pitches – wie behält der Besucher den Überblick und plant seinen Tag sinnvoll?
Noëlle Marti: Eine gute digitale Messevorbereitung wird immer wichtiger. Das ist bei der Ineltec ganz leicht und benötigt kaum Zeit: Nach Registrierung einfach dem KI-Messeberater das bevorzugte Interesse verraten, dann erscheint eine konkrete Auswahl an Produkten, Lösungen, Aussteller und Programmpunkten innerhalb weniger Sekunden. Die Merkliste hilft, den Fokus zu setzen. Und wer etwas mehr Zeit investieren möchte: ein individueller Blick auf die sorgfältig gestalteten Produkt-Beiträge der Aussteller lohnt sich für ein nachfolgendes Gespräch am Messestand.
In Halle 6 stellen erstmals Bildungsinstitutionen ihr Angebot vor. Wie wichtig ist das Thema Weiterbildung für die Positionierung als Branchenplattform?
Noëlle Marti: Aus- und Weiterbildung sind zentrale Themen für die Branche und deshalb auch ein wichtiger Bestandteil unserer Plattform. Renommierte Institutionen beraten im Treffpunkt Weiterbildung auf Augenhöhe über Karrierewege und Spezialisierungsmöglichkeiten. Auch die Nachwuchsförderung hat für uns einen hohen Stellenwert. Auf geführten Touren, organisiert durch EIT.swiss, erhalten Berufsschulklassen aus erster Hand Informationen über neue Produkte und können im anschliessenden Quiz das Gelernte unter Beweis stellen.
Ein weiteres Highlight ist das Training von Elektroinstallateur-Schweizermeister Kilian Moser, der sich auf die WorldSkills vorbereitet. Wie kam diese Idee zustande und was soll sie dem Besucher vermitteln?
Noëlle Marti: Die Idee kam von EIT.swiss selbst und zeigt die Vielfältigkeit des Ausbildungsberufs. Kilian Moser trainiert am Stand der Berufsorganisation, wo auch zahlreiche andere Aktivitäten stattfinden. Die Messe hat die Partnerschaft mit EIT.swiss weiter ausgebaut, um gemeinsam Impulse für Innovation, Vernetzung und nachhaltige Entwicklungen zu schaffen. Das wird für das Fachpublikum auch in der inhaltlichen Tiefe der Messe spürbar.
Zum Abschluss: Fachmessen stehen generell unter Druck: Digitale Events, knappe Zeitbudgets, Reisekosten. Warum lohnt sich der physische Messebesuch an der Ineltec gerade in diesem Jahr?
Noëlle Marti Dass der persönliche Kontakt auch im Business unersetzlich ist, darüber sind wir uns alle einig. Gerade deshalb ist eine Messeteilnahme so wertvoll und effizient. An nur einem Arbeitstag kann der Besucher mit diversen Lieferanten sprechen, neue Kontakte knüpfen, sich mit Kollegen austauschen, neue Produkte kennenlernen und auch noch neues Wissen für den beruflichen Alltag mitnehmen. Und das ohne hohe Reisekosten. Die technologische Entwicklung in der Elektrobranche verläuft rasant, wer am Ball bleiben will, erhält am 9. und 10. September in Zürich ein kompaktes Update aus erster Hand.