Zweitwohnsitze als Chance für die Elektrobranche

Zweitwohnungen haben in der Schweiz eine grosse Bedeutung. Laut Bundesamt für Raumentwicklung gibt es über 300 Gemeinden, in denen der Anteil an Zweitwohnungen über 20 Prozent beträgt, in touristisch geprägten Gebieten liegt der Anteil noch deutlich höher. Für die Elektrobranche ergibt sich daraus ein spannendes Anwendungsfeld, denn Immobilien, die über längere Zeit unbewohnt sind, haben besondere Anforderungen an Gebäudeschutz, Energieeffizienz und Betriebssicherheit.

Zweitwohnsitz
Quelle: Loxone

Zweitwohnsitze unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von dauerhaft bewohnten Objekten. Typisch sind zum Beispiel lange Leerstände – Feuchtigkeit, Leckagen oder Stromausfälle können über längere Zeit unbemerkt bleiben und erhebliche Schäden verursachen. Zudem befinden sich viele dieser Objekte in abgelegenen Lagen mit eingeschränkter Erreichbarkeit. Gerade in alpinen Regionen können Anfahrten zeitaufwendig sein oder wetterbedingt ganz entfallen. Die Witterung spielt dabei nicht nur für die Erreichbarkeit eine Rolle. Sie stellt auch an die Gebäudetechnik selbst besondere Anforderungen: Tiefe Temperaturen und die damit verbundene Frostgefahr sind im Alpenraum ein zentraler Faktor.

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und eines bewussteren Ressourcenverbrauchs sollten Zweitwohnsitze in Abwesenheit möglichst energieeffizient betrieben werden. Die Gebäudetechnik wird dabei auf das notwendige Minimum reduziert – lediglich Frostschutz und grundlegende Sicherheitsfunktionen bleiben aktiv. Gleichzeitig erwartet man bei Ankunft einen sofort nutzbaren Zustand, etwa eine angenehme Raumtemperatur und bereitstehendes Warmwasser. Diese Herausforderungen zeigen, dass Zweitwohnsitze besondere technische Lösungen erfordern. Eine zeitgemässe Gebäudeautomation bietet hier eine passende Antwort.

Zweitwohnsitz
Quelle: Loxone

Lösungsansätze durch Gebäudeautomation

Welche konkreten Vorteile eine solche Automationslösung gegenüber einer konventionellen Installation für Fachbetriebe und Eigentümer bietet, zeigt ein Blick auf die zentralen Funktionen. Umfassende Systeme vereinen diese Funktionen in einer Plattform.

Fernzugriff: Basis für Diagnose, Service und Nutzerkomfort

Ein zentraler Vorteil aus Sicht von Fachbetrieben ist die Fernwartung. Mit modernen Systemen können Parameter angepasst, Fehler geprüft oder Updates eingespielt werden, ohne dass ein Techniker vor Ort sein muss. Das hilft vor allem in abgelegenen Regionen: Anfahrten entfallen, Reaktionszeiten sinken und Serviceverträge lassen sich klar definieren. Auf Seiten der Eigentümer entstehen zusätzliche Transparenz, Flexibilität und Komfort. Sie können den Zustand des Gebäudes einsehen und bereits vor der Anreise Heizung und Warmwasser aktivieren.

Lokale Logik: Stabiler Betrieb auch ohne Internet

Eine lokal arbeitende Automationslösung ist in Zweitwohnsitzen – gerade für die Installationsbetriebe – aber genauso entscheidend. Denn in vielen ländlichen Regionen sind Internetverbindungen noch immer zu instabil. Systeme wie Loxone steuern Heizung, Alarm, Beschattung oder Zutritt deshalb lokal und unabhängig von einer Internetverbindung. Das verhindert unnötige Störungen, reduziert Supportanfragen und sorgt dafür, dass sicherheitsrelevante Funktionen zuverlässig weiterlaufen. Für Eigentümer bedeutet die lokale Steuerung, dass das Gebäude jederzeit geschützt bleibt, selbst wenn die Internetverbindung ausfällt.

Zentrale Übersicht: Alle Zustände auf einen Blick

Gerade für Fachbetriebe ist es besonders hilfreich, wenn die realisierten Funktionen nicht auf mehrere Einzelsysteme verteilt sind. Eine integrierte Automation führt die gesamte Sensorik und Aktorik in einem System zusammen. Störungen lassen sich dadurch klar zuordnen, ohne verschiedene Bedienoberflächen prüfen zu müssen. Für Eigentümer entsteht daraus eine klare und einfach handhabbare Übersicht: Alle Zustände und Meldungen laufen an einem Ort zusammen, statt über mehrere Apps verteilt zu sein. Kritische Ereignisse wie Temperaturabfälle, Leckagen oder unbefugte Zugriffe werden eindeutig gemeldet und gehen nicht zwischen verschiedenen Push-Mitteilungen verloren.

Betriebsmodi: Energie sparen, Komfort steigern

Klar definierte Betriebsmodi erleichtern Fachbetrieben die Betreuung von Zweitwohnsitzen. Sie reduzieren Fehlbedienungen und minimieren Supportaufwand. Intelligente Systeme wechseln beim Verlassen automatisch in den Abwesenheitsmodus, fahren nicht benötigte Verbraucher herunter und halten nur die notwendigen Frostschutz- und Mindestwerte ein. Das sorgt für nachvollziehbare Logik, klare Zustandsmeldungen und weniger ungeplante Eingriffe.

Auf Seiten der Eigentümer sinkt der Energieverbrauch deutlich, ohne dass der Gebäudeschutz beeinträchtigt wird. Das Risiko, die Heizung unnötig laufen oder Fenster unbeabsichtigt geöffnet zu lassen, entfällt weitgehend: Beim Verlassen wechselt das System automatisch in den Abwesenheitsmodus und weist auf offene Fenster hin. Vor der Anreise lassen sich Heizung, Warmwasser und mehr gezielt aktivieren, sodass das Objekt bei Eintreffen sofort nutzbar ist. Im laufenden Betrieb können Photovoltaik, Batteriespeicher und E-Ladestation aufeinander abgestimmt werden, damit überschüssige Energie möglichst effizient genutzt wird.

Zutritt: Flexibel und ohne Schlüsselübergabe

In Zweitwohnsitzen spielt die Zutrittssteuerung eine besondere Rolle. Für Installationsbetriebe ist es ein Vorteil, wenn sie vollständig in das zentrale Automatisierungssystem integriert ist – ohne parallellaufende Lösungen. Das vereinfacht Konfiguration, Diagnose und Betreuung aus der Ferne.

Für Eigentümer entsteht daraus ein klarer praktischer Nutzen: Gäste oder Dienstleister erhalten genau die Zugangsrechte, die sie benötigen. Diese können bei Bedarf kurzfristig angepasst werden. Eine physische Schlüsselübergabe entfällt, und das Gebäude bleibt gleichzeitig kontrollierbar und sicher zugänglich, auch wenn niemand vor Ort ist.

Standardlogik: Wartung und Erweiterung leicht gemacht

Standardisierte Funktionsblöcke und klar strukturierte Logiken erleichtern Fachbetrieben die Arbeit – die Konfiguration bleibt eindeutig nachvollziehbar, und Anpassungen lassen sich ohne lange Einarbeitung vornehmen. Erweiterungen – etwa zusätzliche Räume oder neue Gewerke – können mit minimalem Aufwand ergänzt werden. Auf Eigentümerseite entsteht dadurch ein verlässlicher, langfristig stabiler Betrieb. Funktionen wie Beleuchtung, Beschattung oder Zutritt lassen sich später erweitern, ohne die bestehende Installation grundlegend verändern zu müssen.

Toni Frank
Die besondere Herausforderung für Toni Frank, dem Loxone-Integrator, lag in der Verbindung von Alt- und Neubau. Um beide Gebäudeteile sauber zu integrieren, wurden zwei Loxone Miniserver in einer Master-Client-Struktur eingesetzt.
Quelle: Loxone

Praxisbeispiel: Ganzheitliche Automation in einem alpinen Chalet

Wie sich die Anforderungen eines Zweitwohnsitzes in der Praxis umsetzen lassen, zeigt ein Projekt der Expert Frank GmbH aus Schönenberg. In einem alpinen Chalet sollte eine bestehende Installation modernisiert und ein neu errichteter Wohn- und Wellnessbereich nahtlos eingebunden werden. Der Eigentümer wünschte sich eine durchgängige Automationslösung, die Gebäudeschutz, Komfortfunktionen und Fernzugriff auf einer einzigen Plattform vereint. Realisiert wurde dies mit der Gebäudeautomationslösung von Loxone.

Die besondere Herausforderung lag in der Verbindung von Alt- und Neubau. Um beide Gebäudeteile sauber zu integrieren, wurden zwei Loxone Miniserver in einer Master-Client-Struktur eingesetzt. Dadurch konnten die Bereiche logisch getrennt bleiben, gleichzeitig jedoch zentral gesteuert und überwacht werden. Während der Umbauphase blieb der Altbau durchgehend funktionsfähig, während der Neubau Schritt für Schritt in die Gesamtarchitektur eingefügt wurde.

In der Umsetzung wurden sämtliche relevanten Gewerke zusammengeführt. Der Zutritt zum Areal und zu den Wohnbereichen wurde vollständig integriert, ebenso die Innen- und Aussenbeleuchtung. Der grosszügige Poolbereich wird nach Sonnenuntergang über dynamische Lichtszenen inszeniert. Das Raumklima wird zentral gesteuert: Elektrische Stellantriebe regeln die Temperatur auf Grundlage von Anwesenheit, Innen- und Aussentemperatur sowie Wetterprognosen. Unterstützend wirkt die Beschattung, die auf Wind, Helligkeit und Temperatur reagiert und das Gebäude vor extremen Witterungsverhältnissen schützt.

Im Wellnessbereich wurden Sauna und Dampfbad angebunden und deren Betriebszustände mit Lüftung, Heizung und Beleuchtung verknüpft. Sämtliche Funktionen lassen sich über eine einheitliche Oberfläche bedienen – lokal oder aus der Ferne. Ergänzt wird das System durch eine mehrzonige Audioverteilung, die ebenfalls in die zentrale Steuerung integriert wurde.

Ein wesentlicher Bestandteil ist der Gebäudeschutz. Fenster- und Türkontakte, Präsenzmelder sowie Wasser- und Brandmelder bilden ein durchgängiges Sicherheitskonzept. Die exponierte Lage mit starken Temperatur- und Wetterschwankungen machte zudem saisonale Betriebsmodi erforderlich, die automatisch zwischen Winter-, Sommer- oder Abwesenheitsszenarien wechseln.

Für den laufenden Betrieb spielt die Fernwartung eine zentrale Rolle. «Wir können Parameter anpassen, Sensorwerte prüfen oder Updates einspielen, ohne vor Ort sein zu müssen. Gerade weil wir selbst nicht direkt in der Region ansässig sind, reduziert das unsere Einsätze erheblich», erklärt Toni Frank. «Viele Aufgaben lassen sich aus der Ferne erledigen – und der Eigentümer erhält sofortige Rückmeldungen.»

Das Projekt zeigt, wie sich ein komplexes Gebäudeensemble aus Bestands- und Neubauten, Aussenanlagen, Wellnessbereichen und sicherheitsrelevanten Gewerken zu einer konsistenten Automationslösung verbinden lässt. Die lokale Logik in Kombination mit einem strukturierten Fernzugriff ermöglicht einen zuverlässigen und wartungsfreundlichen Betrieb – ein wesentlicher Vorteil gerade in Zweitwohnsitzen.

loxone.com