Personalbeschaffung – Der passende Partner für «Social Recruiting»
Immer mehr Anbieter versprechen erfolgreiche Personalsuche über soziale Medien. Doch woran erkennen Elektrobetriebe einen passenden Social-Recruiting-Partner und welche Kriterien sind entscheidend für den Erfolg einer Kampagne?
Laut einer Analyse des Arbeitsmarktdatenauswerters X28 waren im Januar 2026 in der Schweiz über 225 000 Stellen unbesetzt. Der Elektrobereich belegt mit mehr als 5000 offenen Stellen deutlich den zweiten Rang – direkt nach dem Gesundheitswesen. Doch nicht nur der Arbeitsmarkt wandelt sich, auch die Personalsuche. Wo früher Inserate in Zeitungen oder Fachzeitschriften veröffentlicht wurden, setzen viele Schweizer Unternehmen heute auf Social Media wie LinkedIn, Facebook, Xing, Instagram oder TikTok, um neues Personal zu finden.
Branchenkenntnis unabdingbar
Wer in der Unternehmensführung tätig ist, wurde sicher schon von einem Anbieter für die Personalsuche in den sozialen Medien kontaktiert. «Social Recruiting» ist zu einem Geschäftsmodell geworden und in der Schweiz gibt es immer mehr Agenturen, die sich darauf spezialisieren. Dabei geben Unternehmen in den sozialen Netzwerken Einblick in ihre Unternehmenskultur und präsentieren offene Stellen gerne mit einem Schnellbewerbungsverfahren, bei dem Interessierte mit wenigen Klicks Kontakt aufnehmen können.
Worauf ein Betrieb achten sollte, um einen passenden Anbieter zu finden, weiss Dardan Shala, Leiter Strategieberatung beim Social-Recruiting-Spezialisten Risem aus Solothurn: «Entscheidend ist ein echtes Verständnis für die Branche und den Arbeitsalltag der Handwerksleute, damit die Social-Media-Kampagne klar aufzeigt, warum eine Stelle attraktiv ist. Unseriös sind Versprechen für Anstellungen, ohne dass der Anbieter das Unternehmen, das Stellenprofil und den Standort sorgfältig geprüft hat.» Ein guter Anbieter ist stets erreichbar und passt die Kampagne bei Bedarf zeitnah an. Vorsicht ist geboten bei verlockend günstigen Angeboten: Häufig steckt dahinter eine «One-Fits-All»-Strategie, bei der Branchenunterschiede und Aufwand unterschätzt werden oder später zusätzliche Kosten entstehen. Shala hält es für wichtig, einen Anbieter vorab nach spezifischer Erfahrung zum Beispiel im HR-Bereich oder insbesondere mit der Elektrobranche zu fragen.
Ein voller Erfolg
Ein Unternehmen, das mit Hilfe von Social Recruiting eine wichtige Stelle besetzen konnte, ist die EWS Energie AG im aargauischen Reinach. «Wir haben einen Netzelektriker oder eine Netzelektrikerin in leitender Funktion gesucht», so Thomas Brechbühl, Leiter Netze und Anlagen sowie Mitglied der Geschäftsleitung. «Das ist anspruchsvoll, da es in diesem Bereich nur wenige Fachkräfte gibt. Auf klassische Inserate hatten wir keinerlei Rückmeldungen.» Von Risem habe man über persönliche Kontakte Gutes gehört und sich deshalb neugierig auf diese neue Form der Rekrutierung eingelassen. Das Ergebnis fiel positiv aus: Acht Bewerbungen entsprachen den Anforderungen. «Für die rar gesäten Netzelektriker ist das sehr erfreulich», betont Brechbühl. Gemeinsam mit Risem seien die Fragen der Kampagne so konzipiert worden, dass nur qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten in die engere Auswahl kamen.
Die Kampagne ist in den sozialen Netzwerken sehr gut angekommen. «Die Bewerbenden haben uns zurückgemeldet, dass sie sich sofort angesprochen fühlten und unser Betrieb ihnen aufgrund der Videos sehr zugesagt habe – das hat uns natürlich gefreut», sagt Brechbühl. Entscheidend für den Erfolg einer Social-Recruiting-Kampagne sei eine enge Begleitung durch die Agentur, die sich zudem mit der Elektrobranche gut auskennen sollte.
Kurze Reaktionszeiten sind entscheidend
Social Recruiting ist schnelllebig. Unternehmen, die auf solche Rekrutierungsverfahren setzen, sollten sich fragen, ob sie genügend Ressourcen für die zeitnahe Bearbeitung der Bewerbungen haben. «Es ist äusserst wichtig, dass Bewerber innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung erhalten, sonst sind sie womöglich weg», sagt Shala. Eine wertvolle Zusatzdienstleistung kann deshalb eine Prüfung der Kandidaten durch den Recruiting-Anbieter darstellen. «Wir leiten Dossiers beispielsweise nur weiter, wenn die Anforderungen erfüllt sind und die Motivation stimmt», erklärt Shala. Die Kontaktaufnahme erfolgt durch das «Sellcruiting-Team» von Risem, das sich eingehend mit einer Branche und dem Unternehmen auseinandersetzt und auf Wunsch auch im Namen der Firma agiert. Kandidaten werden zum Teil auch nach Feierabend oder am Wochenende kontaktiert. So stehen sie nicht mitten auf der Baustelle und können freier sprechen. Shala verweist ausserdem auf rechtliche Aspekte: «Anbieter von Social Recruiting müssen über eine Seco-Bewilligung verfügen – ausländische oder ganz neue Anbieter haben diese oft nicht.»
1. Zielgruppen- und Employer-Branding-Strategie
2. Geeignete Plattformen fürs Handwerk
3. Nachweisbare Referenzen
4. Authentischer Content
5. Messbare Ergebnisse und laufende Optimierung
6. Transparente Kosten
7. Rechtssicherheit (DSG/DSGVO, SECO)
8. Engmaschige Betreuung
9. Effizientes und zeitnahes Bewerbermanagement
10. Mehrwert durch Zusatzleistungen (z. B. Vorselektion oder Karrierewebsite)
Filmaufnahmen schweissten zusammen
Zu Beginn reagierte das Team der EWS Energie AG auf die Vorstellung, vor der Kamera zu stehen, noch etwas zurückhaltend, erinnert sich Brechbühl. «Schlussendlich haben es aber alle super gemacht und ihren Text sehr authentisch rübergebracht.» Die Filmaufnahmen waren eine kurzweilige und interessante Erfahrung für die gesamte Belegschaft. «Unsere Leute haben toll zusammengearbeitet, und das sieht man auch im Resultat, mit dem alle sehr glücklich sind», so Brechbühl. «Die Kampagne hat uns nicht nur einen neuen Mitarbeiter gebracht, sondern auch viel positive Sichtbarkeit.»