Licht-Check: Kann das Smartphone ein professionelles Beleuchtungsstärkemessgerät ersetzen?
Können kostenlose Smartphone-Apps ein professionelles Beleuchtungsstärkemessgerät ersetzen?
Frage
In den App-Stores sind mittlerweile einige kostenlose Apps erhältlich, mit welchen die Beleuchtungsstärke gemessen werden kann. Kann das Smartphone ein professionelles Beleuchtungsstärkemessgerät ersetzen?
Antwort
Obwohl die Kamerasensoren von Smartphones immer leistungsfähiger werden, ist von Smartphone-Apps zur Lichtmessung abzuraten. Die Sensoren sind weder spektral noch photometrisch normgerecht ausgelegt und liefern keine belastbaren, kalibrierten Ergebnisse. Für eine fachgerechte Abnahme sind sie somit ungeeignet.
Für eine professionelle Messung sollte das Messgerät mindestens die Güteklasse B gemäss DIN 5032-7 erfüllen. Zudem ist ein gültiges Kalibrierzertifikat des Herstellers erforderlich, um verlässliche Ergebnisse sicherzustellen. Gerade bei Abnahmen oder Förderprojekten ist die Rückführbarkeit der Messung entscheidend. Wer Notbeleuchtungen überprüft, benötigt ein noch leistungsstärkeres Gerät, das auch im Bereich von 1 lx noch reproduzierbare Werte liefert. Hier stossen einfache Geräte schnell an ihre Grenzen. Für Standardanwendungen sind brauchbare Messgeräte bereits ab rund 150 CHF erhältlich. Für präzisere Messungen im Niedrigluxbereich liegen professionelle Geräte meist im Bereich von 1500 CHF oder darüber.
Der Experte: Prof. Björn Schrader
Björn Schrader ist hauptamtlicher Dozent am Institut für Gebäudetechnik und Energie der Hochschule Luzern – Technik & Architektur. Dort ist er in Lehre und Forschung tätig, insbesondere im Studiengang Gebäude-Elektroengineering, der sich gezielt an Absolventen aus Elektroberufen richtet. Daneben engagiert er sich als Mitglied des Expert Boards der Electrosuisse und ist Vorsitzender des Programmkomitees des Swiss-Lighting-Forum. Zudem ist er Inhaber des Beratungsunternehmens Lichtkollektiv GmbH.